Unsere hiesige Flora und Fauna hält zahlreiche interessante Pflanzen und Tierwesen bereit. Zur Kategorie der letzteren gehört ohne Zweifel auch der Waldkauz. Dies ist wohl auch der Grund, warum das faszinierende Tier zum Vogel des Jahres 2017 erklärt wurde. Der nachfolgende, kurze Artikel soll daher dazu dienen, dieses anmutige Lebewesen besser kennenzulernen. Denn wer weiß, vielleicht hat der ein oder andere Leser einmal das Glück, einen Waldkauz aus nächster Nähe zu betrachten. Er oder sie wird über dieses Tier der Lüfte dann schon einiges Bescheid wissen – und den Kauz sicherlich zu schätzen gelernt haben.

Der Waldkauz, dessen wissenschaftlicher Name Strix aluco lautet, ist eine Eulenart. Er kann in Deutschland durchaus gesichtet werden, da er hier heimisch ist. Darüber hinaus ist der Vogel aber in fast ganz Europa anzutreffen und ist bis in den Westen Sibiriens heimisch. Mit seinen 40 cm ist der Waldkauz recht klein. Da er aber bis zu 600 g wiegen kann, ist seine Gestalt recht gedrungen. Die Eulenart ist bei Dämmerung und bei Nacht aktiv, was eine Sichtung des Vogels erschweren kann. Besonders auffällig ist die optische Erscheinung des Waldkauzes. Sein schönes Gefieder ist hellbraun und weiß durchsetzt, was stark an eine Baumrinde erinnert. Die Augen des Tieres sind dunkel und von dunkelbrauner bis schwarzer Farbe.

Waldkäuze werden bis zu 15 Jahre alt. Sie verbringen ihr Leben lang im selben Revier. Dieses befindet sich meistens in Misch- oder Laubwäldern, aber auch in Parkanlagen, Alleen und in Gärten, in denen alte Bäume anzutreffen sind. In diesen suchen die Waldkäuze dann nach Bruthöhlen – und werden zum Glück meist auch fündig.

Ein jedes Waldkauz-Paar bleibt sein ganzes Leben lang zusammen und trennt sich nie. Sie brüten in der Regel einmal jährlich, genauer gesagt zwischen März und Juni. In den Herbstmonaten ist dagegen der markante Reviergesang von männlichen Waldkäuzen hörbar. Zu dieser Zeit beginnt auch die Balzzeit. Es kommt nun zu sehenswerten Balzflügen und es erfolgen ebenfalls spezielle Balzgesänge der Vögel. Übrigens unterscheiden sich männliche und weibliche Waldkäuze in ihrem Aussehen nicht.

Die Eulenart hat einen umfangreichen Speiseplan. Es werden beispielsweise kleinere Vögel gegessen, allerdings werden ebenso Mäuse bei Nacht gejagt und verzehrt. Dem Waldkauz schmecken aber auch andere Kleinsäuger sowie Regenwürmer. Ein solch beeindruckendes Tier zu erspähen, ist ein ganz besonderes Erlebnis, das man nicht so schnell vergessen wird. Die Flügelspannweite dieses Vogels beträgt bis zu 105 cm. Einen Waldkauz beim Fliegen zu beobachten, ist daher ein besonders imposanter Anblick. Es lohnt sich also, sich ab der einsetzenden Dämmerung auf die Lauer zu legen und die Augen offen zu halten.